Die Börse Stuttgart gab heute bekannt, dass der Handel auf ihrer Digital Asset Exchange-Plattform aufgenommen wurde. Die regulierte Plattform Boerse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) nutzt die Blockchain für effizientere Prozesse und ist die erste ihrer Art in Deutschland. Sie hofft, den Anlegern Zugang zu Kryptowährungen und digitalen Assets zu verschaffen, ohne dass ein Broker benötigt wird.

BSDEX wird von dem im März angekündigten Joint Venture zwischen der Börse Stuttgart (70%), Axel Springer und finanzen.net betrieben. Seit heute steht die Börse ausgewählten Nutzern in Deutschland zur Verfügung. Andere Investoren können sich jetzt registrieren, um aufgenommen zu werden, da die Unternehmen die Plattform schrittweise öffnen.

Wie geplant, ermöglicht die Börse derzeit den Kryptowährungshandel zwischen Bitcoin und Euro sowie Marktinformationen und offene Orderbücher. Die Plattform bietet außerdem An- und Verkaufspreise über eine eigene Tochtergesellschaft der Börse Stuttgart, die EUWAX AG.

Der Einsatz der Blockchain-Technologie von BDSEX ermöglicht transparente und modernisierte Investitionen, die die Abwicklungszeit und die Kosten für Vermittler wie Broker reduzieren. Die Plattform ist rechtskonform und wird von der Betreibergesellschaft der Stuttgarter Börse reguliert.

Der CEO des Joint Ventures, Dr. Dick Sturz, sagte: „Der Markt für Kryptowährungen ist Milliarden wert, und es werden mehr digitale Assets auf Basis von Blockchain entstehen. Unser Ziel ist es, den führenden europäischen Handelsplatz für diese Anlagen aufzubauen.“

Über die Hebelwirkung der Blockchain durch BSDEX erklärte CTO Peter Großkopf: „BSDEX wird Privatanlegern und institutionellen Anlegern einen direkten Zugang zu digitalen Assets ermöglichen und einen flexiblen und relativ kostengünstigen Handel ermöglichen. Wir glauben, dass Blockchain zu bedeutenden Veränderungen in der Finanzindustrie führen wird, und wir wollen ihr Potenzial nutzen, um den Handelsplatz der Zukunft zu schaffen.“

Zuvor war er CTO der solarisBank AG, die Technologiepartner des Projekts ist. Die Bank ist für die Verwahrung von Euro-Einzahlungen und die Zahlungsabwicklung verantwortlich.

Die Börse Stuttgart startete im Mai Exchange Traded Notes (ETNs) auf Basis von Litecoin und Ripple und hatte bereits eine Krypto-Währungshandels-App im Einsatz. Sie war jedoch nicht die erste, die an einem europäischen Digital Asset Exchange gearbeitet hat.

Die Deutsche Börse hofft, mit Swisscom in diesem Jahr eine Handelsplattform in der Schweiz einzuführen. Die Schweizer Firma SIX plante, ihre Blockchain-Börse diesen Sommer zu starten, was sich jedoch verzögert hat, da der Handel im Jahr 2020 beginnen soll. Die SIX strebt eine Börsenzulassung von Token-Aktien an, darunter auch von Nestle und Novartis.


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